Barrierefreiheit in der Allianz Arena

33 Millionen Deutsche sind Fußballfan, das geht aus einer Erhebung aus dem Jahre 2015 hervor.

Untersucht wurde auch die Intensität des Fanseins, so gehören 11 % zu den “manischen Fans”, fast die Hälfte (45 %) sind “leidenschaftlichen Fans”, 34 % kann man als “Sympathisanten” betiteln und die “affinen Fans” machen 10 % aus. Allerdings gehen nur 3 % der Fans regelmäßig ins Stadion.

An den Barrieren kann es bei der Allianz Arena schon mal nicht liegen. In München hat man sich beim Bau der Allianz Arena besonders der „Barrierefreiheit für Alle“ gewidmet. Mit einer Gesamtinvestition von 340.0 Millionen Euro investierten die Bauherren in eine beachtliche Infrastruktur.

Gegründet haben den gemeinsamen Bau jeweils zu 50 % die beiden Münchner Vereine FC Bayern und TSV 1860. Nachdem finanziellen Problemen des TSV 1860 wurde der FC Bayern im April 2008 alleiniger Gesellschafter. Als vierter Anteilseigner stieg neben dem FC Bayern, Adidas und Audi die Allianz-Versicherung ein und sicherte sich die Namensrechte bis zum Jahr 2041.

Zur Arena gehören das Fußballfeld, 2 LED-Video-Leinwände, 224 Flutlichter und Plätze für maximal 75.000 Zuschauer. Innen bietet die Arena auf 6.000 m² u. a. 28 Kioske, 2 Fan-Restaurants, mehrere Clubs sowie die Erlebniswelt (größtes Vereinsmuseum Deutschlands).

Die ansehnliche Anzahl an Hilfsmöglichkeiten- und Angeboten sind vor allem durch den Austausch von Erfahrungsberichten Betroffener entstanden. Von den 130 Behindertenparkplätzen aus kommt man barrierefrei auf die Tribünenplätze. Schwerbehinderte mit dem amtlichen blauen Parkausweis dürfen an Spieltagen auf besonders gekennzeichneten Plätzen kostenlos parken.

Behindertentransportautos können ihre Passagiere – je nach Veranstalter – entweder an bestimmten Zufahrten oder am Busparkplatz herauslassen, von wo sie aus mit speziellen Bussen zu ihren Plätzen gebracht werden. Viele Zugänge wurden mit Aufzügen bzw. barrierefreien Wegen ausgestattet.

An den Längsseiten der Oberkante Unterrang sind 227 erstklassige Plätze für Rollstuhlfahrer und Begleiter mit ausreichend Rangierplatz ausgewiesen. Die gesamte Ebene 2 ist barrierefrei erreichbar,. Sie beinhaltet Kioske, Behindertenbetreuungseinrichtungen und entsprechende Toiletten (nur mit Euro-Behinderten-WC-Schlüssel zugänglich) sowie Aufzüge zu den anderen Etagen. Die Plätze sind überdacht und teils mit extra Ablageflächen versehen.

Für Blinde und sehbehinderte Besucher stehen 20 Empfangsanlagen zur Verfügung, für die zwei Sprecher von zwei Sendeanlagen aus das Spiel kommentieren können, ähnlich wie beim Hörfunk.

Für Personen mit Hörbeeinträchtigung gibt es Augmented-Reality-Brillen, die vorbestellt werden müssen. Die Stadionkommentare erfolgen dabei in Echtzeit als Live-Untertitel mittels einer App.

An spielfreien Tagen bietet der Verein zweimal wöchentlich um 14 Uhr Handicapped-Touren an.

Allen Menschen, egal, ob mit oder ohne Handicap, ein tolles Fußballspiel und Sporterlebnis zu ermöglichen, war eines der Ziele der Arena-Bauherren sowie des Vereins. Durch umfangreiche Strukturen und Hilfsmittel ist es weitgehend gelungen, dieses Ziel zu erreichen. Zudem stellt die Arena durch ihre 2784 rautenförmigen, aufgeblasenen Fassaden-Kissen weithin sichtbar die größte Membranhülle der Welt dar, die – wie ein UFO – in klaren Nächten noch von österreichischen Berggipfeln aus zu sehen ist.